OLDENDORF, AMT LAUENSTEIN

Oldendorf ist heute ein Teil der Einheitsgemeinde Salzhemmendorf im Landkreis Hameln-Pyrmont. Die längste Zeit in der Geschichte gehörte es allerdings zum Amt Lauenstein.

Die erste Verwaltungseinheit zu der Oldendorf gehörte war der sächsische Gudingo. Nach der Eroberung durch Karl den Großen wurde die sächsische Gaueinteilung überwiegend übernommen, er setzte dort als seinen Vertreter einen Gaugrafen ein. Hauptort des Gudingo war Elze, dort stiftete Karl eine Kirche. Der Gudingo bestand aus den Archidiakonaten Elze (mit Esbeck und Wülfingen), Oldendorf (mit Hemmendorf, Spiegelberg, Benstorf, Coppenbrügge ) und Wallensen (Levedagsen Thüste, Weenzen) und entsprach also etwa dem Bereich südlich des Osterwalds von Coppenbrügge bis Elze.

Gaue 

Quelle Landkarte:  Barner Wilhelm, Heimatatlas des Kreises Alfeld

Der Gudingo war unterteilt in Gohen oder Börden: Elze, Eldagsen, Wallensen und Oldendorf.

König Heinrich IV schenkte die Grafschaftsrechte des Gudingos 1068 an den Bischof Hezilo von Hildesheim. Einige Zeit später erhielten die Grafen von Spiegelberg den Gudingo als Lehen.

Das Haus Lauenstein wird 1247 in einer Urkunde erwähnt, nach welcher der Edelherr Heinrich von Homburg es dem Herzoge Otto dem Kinde von Braunschweig und Lüneburg übertrug und es als Lehen empfing. Die ersten Oberherren für diese Gegend sind die Grafen von Northeim (bis 1144). Darauf gehört sie zu Spiegelberg. Dann sind die Grafen von Homburg Lehenherren. Am 9. Oktober 1409 überträgt der letzte Edelherr Heinrich von Homburg die Herrschaft dem Herzoge Bernhard von Braunschweig. Die Grafschaft Homburg bestand aus 5 Voigteien, eine Voigtei war das Gebiet rund um Lauenstein - Amt Lauenstein – genannt.Amt

1433 wird das Amt Lauenstein an den Bischof Magnus von Hildesheim versetzt. Er verpfändet Lauenstein an die Familie Bock von Northolz, diese beherrschten es bis 1493.

Danach kam es in die Hand der Familie von Saldern. Der Familie wurde das Lehen gekündigt obwohl der Bischof von Hildesheim, dem das Gebiet inzwischen gehörte eine Kündigung zu seinen Lebzeiten ausgeschlossen hatte. Burchard von Salden weigerte sich, Lauenstein herauszugeben, daraufhin wurde er 1518 mit Gewalt vertrieben. Lauenstein wurde dem hildesheimer Voigt Statius von Münchhausen übergeben. Burchard von Saldern versuchte, Lauenstein wieder zu bekommen. Er brennt Lauenstein nieder und heftet einen Fehdebrief an das Tor. Bei den Auseinandersetzungen wird Statius von Münchhausen getötet. Aus diesen Vorkommissen entwickelt sich die Hildesheimer Stiftsfehde 1519-1521/23. Im Laufe dieser kriegerischen Ereignisse sterben mehr Einwohner unserer Gegend als während des 30jährigen Krieges.

Die Herzöge von Braunschweig-Lüneburg eroberten unter anderen 1521 die Burg Lauenstein. Burchard von Saldern bekommt seinen Besitz zurück. Die Stiftsfehde wurde durch den Vertrag von Quedlinburg 1523 beendet. Den größten Teil der eroberten Stiftsländereien erhielten die Herzöge von Braunschweig-Lüneburg. Das Haus und Amt Lauenstein kam an Herzog Erich I. von Calenberg.

 

Quelle Landkarte: Barner Wilhelm, Heimatatlas des Kreises Alfeld

 

Amtshaus1634 war Herzog Friedrich-Ulrich als letzter des Hauses Wolfenbüttel verstorben, alle Besitzungen der Welfen gelangten an das Haus Lüneburg und mit den Erbverträgen von 1635 enstanden die Fürstentümer Calenberg (Hauptstadt Hannover), Wolfenbüttel und Lüneburg. Herzog Ernst-August wird 1692 Kurfürst von Hannover, ihm folgt sein Sohn Georg-Ludwig 1698. Er schließt das Fürstentum Calenberg mit Lüneburg 1705 als Kurfürstentum Braunschweig-Lüneburg zusammen. Georg-Ludwig wird 1714 König von Grossbritannien und Irland.  

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Die Personalunion endet auf Grund unterschiedlicher Erbfolgeregeln 1837. 

Im Zuge der napolionischen Kriege wurde Kurhannover 1801 vorübergehend von Preussen als Garantiemacht des Basler Friedens besetzt. 1803 wurde es von den Franzosen okkupiert um England zu treffen, von1807 - 1813 gehörte das Amt Lauenstein zum Königreich Westfalen. 1814 wird das Kurfürstentum Hannover zum Königreich erhoben.
 In den Krieg zwischen Preussen und Österreich wird auch Hannover hineingezogen und 1866 nach der Schlacht bei Langensalza von Preussen als Provinz Hannover annektiert.

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Anfangs blieben die hannoverschen Verwaltungseinheiten bestehen, jedoch wurden die Militär- und Steuerangelegenheiten der Ämter Hameln, Lauenstein, Polle und der Städte Hameln und Bodenwerder einer neuen Behörde unter der Bezeichnung "Kreis Hameln" übertragen. Ab 1885 wurde das preussische Verwaltungssystem eingeführt. Bis zum ersten Weltkrieg gehörte der größte Teil des früheren Amtes Lauenstein zum Kreis Hameln. Bad Pyrmont kam 1922 hinzu, der neue Landkreis erhielt den Namen "Hameln-Pyrmont".