GEDENKSTÄTTE  AUF DEM OLDENDORFER FRIEDHOF

Am 22. Oktober 1922 wurde das Denkmal für die Gefallenen des 1. Weltkrieges auf dem Friedhof Oldendorf eingeweiht und am 13. November 1960 fand die feierliche Einweihung der Erweiterung des Denkmales für die Gefallenen des 2. Weltkrieges statt.

Denkmal von1922

Ein Hinweis zur Geschichte von Oldendorf. Viele junge Männer aus Oldendorf verloren  in den beiden Kriegen ihr Leben.

In Deutschland sollen sich, Gedenktafeln inbegriffen, über 100.000 Kriegerdenkmäler befinden. Auf vielen Kriegerdenkmälern werden die Gefallenen und Vermissten eines Ortes oder Stadt einzeln namentlich genannt.

Seit der Französischen Revolution 1789 und den 1810 nachfolgenden Befreiungskriegen in Deutschland gibt es Kriegerdenkmäler, die nicht nur an die Feldherren oder Offiziere, sondern auch an einfache Soldaten erinnern. Damals wurde die Kriegsführung durch Freiwilligen-Milizen und später durch die Einführung der allgemeinen Wehrpflicht ausgeübt.  Somit war erstmals die breite Masse der Völker als Akteur vom Krieg betroffen. Diese Entwicklung spiegelte sich – zuerst 1870/71 – in der Erwähnung der Namen einfacher Soldaten auf Gedenktafeln und Denkmälern wieder.

Ihre Inschriften verwiesen auf die vorgeblichen Tugenden der Soldaten: Tapferkeit, Mut, Vaterlandsliebe, Treue, Opferbereitschaft, Kameradschaft und Pflichterfüllung bis in den Tod. Gestiftet wurden die Denkmäler, die in der Regel an zentralen öffentlichen Orten stehen, häufig von Kriegervereinen.

Durch die ungleich höhere Zahl an Opfern, die der Erste Weltkrieg im Vergleich mit den vorangegangenen Kriegen gefordert hatte, stand mit den Ehrenmälern für die Soldaten 1914–1918 zunächst das Totengedenken im Mittelpunkt. Stifter waren vielerorts die Gemeinden oder Kirchengemeinden und nur noch selten Kriegervereine.

Ein Kriegerdenkmal erinnert an die in einem Krieg gefallenen Soldaten. Kriegerdenkmäler – Kriegerehrenmale oder Ehrenmale – gehören in fast allen Teilnehmerstaaten des 1. Weltkrieges zum Landschaftsbild. Viele wurden zum Gedenken  der Gefallenen des Zweiten Weltkrieges erweitert.

So auch das Denkmal auf dem Friedhof in Oldendorf.

         Bild 1

In einem  Brief (27.1.1922) des Dolomitwerks Salzhemmendorf des Georg-Marien-Bergwerks- & Hütten-Vereins A.- G. , adressiert an die Beratungsstelle für Krieger-Ehrungen (Landratsamt) Hameln erfolgt die genaue Beschreibung für das zu errichtende Ehrenmal.

In einem Brief des Landrates in Hameln an den Gemeindevorstand wird der Antrag auf Errichtung eines Denkmals bestätigt.

Gemeindevorsteher Jütte der Gemeinde Oldendorf schreibt in einem Brief an das Landratsamt Hameln vom 17.2.1922 folgendes:

Laut Verfügung vom 11. Februar 1922 (I. Dto I 449) betreff Errichtung eines Kriegerdenkmals, zu diesem Zwecke ist eine Denkmalskommission gebildet, diese ist aus 12 Personen zusammen gesetzt, der Vorsitzende ist der Gemeindevorsteher, der Platz ist vom Herrn Regierungsbaumeister Bodk am 28.1.22 bereits besichtigt, und erklärt das gegen den Platz nichts einzuwenden wäre.

           Brief 1          Brief 2

Bei der Einweihung am 22. Oktober 1922 in Oldendorf sangen der Männerchor, der Gemischter Chor und der Kinderchor. (Das Programm wurde durch Lehrer Wallis in der Schulchronik festgehalten.) Der Gemischte Chor sang die Lieder: "Wir sind ein Volk" und "Wie sind die Helden gefallen im Streit". Der Männerchor: "Wie sie nun ausruhen" und "Mag auch die Liebe zerrinnen". Der Kinderchor: "Harre meine Seele". Bild Zeitung 1960

Am 13. November 1960 wurde die Erweiterung des Kriegerdenkmals auf dem Oldendorfer Friedhof feierlich eingeweiht wie aus Zeitungsartikeln der Dewezet und Hannoverschen Presse hervorgeht.

Eingeweiht wurde die Erweiterung des Mahnmales in einer Feierstunde mit Liederdarbietungen des Männergesangvereins, des Frauenchores und des Musikzuges der freiwilligen Feuerwehr. Pastor Meier gedachte der Toten in seiner Predigt mit der Bitte, daß das Opfer der Toten nicht umsonst gewesen sein sollte. Ihr Gedenken nicht vergessen werde und dieses ein lebendiges Mal bleibe auch für die kommenden Generationen.

Bürgermeister Klemme enthüllte die erweiterte Ehrenmal-Anlage unter Einbeziehung des Denkmals für die Gefallenen des ersten Weltkrieges um eine etwa halbkreisförmige Natursteinmauer mit sechs Namenstafeln, mit 104 Namen der Gefallenen und Vermißten des vergangenen Krieges.

Eine Tafel davon trägt die Inschrift:

„Dem Gedenken all derer, die bei der Vertreibung aus der Heimat, auf der Flucht, im zivilen Einsatz oder durch Folge von Kriegseinwirkungen um ihr Leben kamen, ist diese Tafel gewidmet.“

Bürgermeister Klemme mahnte in seiner Ansprache:“ Es gelte unbedingt für die Jugend den Frieden zu erhalten.“ Bei der Kranzniederlegung gedachte Hauptlehrer Wallis seiner 40 von 80 gefallenen Schüler, die im Krieg ihr Leben lassen mußten.

Aus Zeitungsartikel 1960: Nicht nur in Oldendorf, sondern überall im Weserbergland, wird am Volkstrauertag in einer Feierstunde den 38 Millionen Menschen gedacht die während des letzten Krieges ihr Leben lassen mußten. Das grauenvolle Geschehen sollte allen, ob Jung oder Alt, nach wie vor in Erinnerung bleiben, denn auch heute ist die Welt voller Spannungen.

 

 - Diese Mahnung gilt auch heute - 2017 - mehr denn je -

Nach wie vor wird am Volkstrauertag in einer Gedenkstunde auf dem Oldendorfer Friedhof der zahlreichen Opfer der Kriege gedacht, nicht nur derer innerhalb Deutschlands, sondern auf der ganzen Welt.

        Bild links    Bild rechts    Bild 2 vorne

Weitere Informationen:

Kriegsgräberfürsorge - Gegründet wurde die gemeinnützige Organisation am 16. Dezember 1919. -  Die Errichtung von Soldatenfriedhöfen des Zweiten Weltkrieges übernahm der Gräberdienst der Wehrmacht. - Ab 1946 legte der Volksbund in kurzer Zeit über 400 Kriegsgräberstätten in Deutschland an. - Nach der politischen Wende in Osteuropa nahm der Volksbund seine Arbeit auch in den Staaten des einstigen Ostblocks auf, wo im Zweiten Weltkrieg etwa drei Millionen deutsche Soldaten ums Leben kamen, d.h. mehr als doppelt so viele, wie auf den Kriegsgräberstätten im Westen ruhen. Hierzu gehören  die vielen gefallenen oder vermißten Soldaten aus den ehemaligen Deutschen Gebieten.

Der Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge e. V. ist eine humanitäre Organisation und widmet sich im Auftrag der Bundesregierung der Aufgabe, die Gräber der deutschen Kriegstoten im Ausland zu erfassen, zu erhalten und zu pflegen.  Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge e. V. | Arbeit für den Frieden  

Text und Fotos CHP - 

Quelle  Errichtet wurde der 1. Teil des des Kriegerdenkmals 1922 wie aus den Akten: LA HM Pyrm. Nr. 8k5 hervor geht./ Zeitungsausschnitte DWZ / Internet / Foto 1922 Fotoausstellung