Das Postwesen in Oldendorf

Bis zum späten Mittelalter gab es keine öffentliche Post in Deutschland. Kaiser, Klerus und Reichsfürsten benutzten Boten und Reiter, die mit schriftlichen Nachrichten direkt zu den Zielorten geschickt wurden.

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Bevor die Familie von Thurn und Taxis mit Genehmigung des Kaisers gegen Ende des 15. Jahrhunderts die ersten Postlinien einrichtete, war es im Raum Hannover-Hildesheim wie auch im übrigen deutschen Reich mit der Nachrichtenübermittlung mangelhaft bestellt. Die Kaufleute, die landesherrlichen Behörden und auch die Städte besaßen ihre eigenen Boten. Unter dem Schutz der welfischen Herzöge bildeten die Boten der Kaufmannsgilden im "Hannoverschen" doch schon frühzeitig den Anfang eines regelmäßigen Postdienstes. Der Fuhrunternehmer Rötger Hinüber aus Hildesheim hatte regelmäßige Botenverbindungen auch im Calenberger Land eingerichtet. 1640 wurde ihm der Titel "Braunschweig-Lüneburgischer Postmeister" verliehen, und er konnte jetzt seine Postrouten mit Unterstützung der Landesherren ausweiten. Sein Verdienst war es auch, "Fahrende Posten" eingerichtet zu haben. Kaufmannschaft und Zünfte in den Städten beförderten ihre Briefe durch ortseigene Botenanstalten. - 1490 Gründung des neuzeitlichen Postwesens durch Franz von Taxis.-

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Am 21. April 1646 erlässt Kurfürst Friedrich Wilhelm eine Postordnung,  zugleich wird mit dem Erlass Privatpersonen, insbesondere Kaufleuten, das Recht eingeräumt ihre Briefe mit der kurfürstlichen Post zu befördern. Der Kurfürst setzt sich damit über das vom Kaiser verliehene Reichspostmonopol der Generalpostmeister des Hauses von Thurn und Taxi. Als Poststation bezeichnete man seit der Gründung der Post im Jahre 1490 eine Relaistation an einem Postkurs, an der die Reiter und Pferde wechselten, während das verschlossene und versiegelte Postfelleisen wie bei einer Staffel weitergereicht wurde. Erst um 1530 wurde die Post der Allgemeinheit zugänglich.  Die Herzöge von Lüneburg-Braunschweig., Franz-Otto und Heinrich der Jüngere richteten 1569 erstmals eigene Landesposten ein. 1705 wurde das braunschweigische Fürstentum Lüneburg  mit dem Kurfürstentum Hannover vereinigt. Die Fahrpost mit dem Wagen trat wegen der schlechten Wegverhältnisse im Überlandverkehr erst gegen Ende des 17. Jahrhunderts gleichberechtigt neben das Reitpferd. Preußen begann 1801 mit der geometrischen Vermessung der Poststraßen zur Aufstellung von steinernen Meilenzeigern. Die bisher den Postmeistern überlassenen Anteile der Gebühreneinnahmen wurden 1803 durch feste Bezüge ersetzt. - Am 03. Februar 1814 erfolgte eine Anordnung, wonach alle Briefe mit Ortsstempeln zu versehen waren. Die ersten einzeiligen Stempel waren aber schon seit 1808 in Verwendung. - Am 01. September 1818 erlangte ein neues Post-Taxgesetz Gültigkeit. -  Am 1. Januar 1824 wurden in Preußen Briefkästen eingeführt. - Im Jahre 1834 trat die neue Post-Taxordnung in Kraft, die 1850 durch ein wiederum neues Post-Taxgesetz abgelöst wurde

Ab jetzt wurde das Inlands-Briefporto nach Gewicht und nicht wie bisher nach der Entfernung bezahlt. -  Am 01. Dezember 1850 verausgabte die Hannoversche Post die erste Briefmarke zu 1 Gutengroschen, die allerdings nur für den Inlandsverkehr bestimmt war. Weitere 24 Marken folgten bis zum Jahre 1866.- Am 01. Juni 1851 vollzog das Königreich Hannover seien Beitritt zum Deutsch-Österreichischen Postverein.

Poststelle Oldendorf über Elze

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Nach Rückfragen bei den ältesten Einwohnern von Oldendorf ist folgendes in Erfahrung gebracht worden: Ab 1853  verkehrten unter anderem noch Postkutschen von Elze nach Lauenstein.  Ab 1871 gab es eine neue Form von Postdienststellen: die Postagenturen. - Postagenturen waren Postdienstellen, die nicht von Berufsbeamten, sondern von Privatpersonen  (Landwirten, Gastwirten, Lehrern, Gutsverwaltern) im Nebenamt geführt wurden.

Im Bereich des Postamtes Hameln wurde am 1.4.1889 die Postagentur Großoldendorf eingerichtet.

In den Jahren bis etwa 1885 wurde die Bestellung für Oldendorf von Elze aus vorgenommen. Die Bestellung wurde von dem Briefträger Eggers ausgeführt. Er mußte von hier aus weiter bis Lauenstein, vertreten wurde er oft durch seine Frau.

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Von hier abgehende Post wurde in der Krugwirtschaft von Ch. Gülke (Hof Nr. 60 - Dorfstraße), später in der Gastwirtschaft Funke (Alte Heerstraße) abgegeben, wo dieselbe von Eggers auf dem Rückwege mitgenommen wurde oder von der fahrenden Post, welche von hier bis nach Hohnsen und umgekehrt fuhr. - Vor dieser Zeit wurde die Glasfabrik und Benstorf durch einen Briefträger von hier aus bestellt. Ein Zweiter Briefträger bestellte Oldendorf und Ahrenfeld. - In Oldendorf wurde 3 Mal, in Ahrenfeld 2 Mal bestellt. In späteren Jahren wurde einmal weniger bestellt. - Im Haus der Gastwirtschaft Wilhelm Funke (heute B1 - Osterwalder Str.) befand sich später auch eine Vermittlung des  Telegraphenamtes. - Siehe Zeitungsartikel 30.05.1930

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Post 23.April 1930 – Artikel DEWEZET

Ab 1. Mai wird die dritte abgehende Post zu dem Zuge 2.24 Uhr nachmittags eingerichtet. Ausgetragen werden die Postsachen am andren Morgen. Im benachbarten Osterwald wird vom gleichen Zeitpunkt an die zweite Briefbestellung eingeführt. Die zweite Briefbestellung ist auch für Oldendorf eine dringende Notwendigkeit

Post 30.Mai.1930 – Artikel DEWEZET

Am 31.Mai wird das Selbstanschlußamt Salzhemmendorf in Betrieb genommen. Zu ihm gehören die Orte: Oldendorf, Ahrenfeld, Osterwald, Benstorf, Quanthof, Hemmendorf, Lauenstein, Voldagsen, Haus Harderode. Mit der Einschaltung treten postalische Veränderungen ein. Der Postschaffner Friedrich Nahrhold wird nach Hannover versetzt. Da durch den Selbstanschluß eine halbe Kraft gespart wird, werden die restlichen Dienstleistungen von einem Aushelfer ausgeführt. Damit scheint alle Hoffnung auf zweimalige Bestellung begraben zu sein. Die Postagentur bleibt bei Funke. Sämtliche Fernsprech-Teilnehmer von den Anschlußämtern Oldendorf und Lauenstein sind dem Selbstanschlußamt Salzhemmendorf angeschlossen. Das Fernmeldeamt ist Hameln. Durch den Selbstanschluß werden Mängel behoben. Während das Telefon bisher nur Stunden am Tage benutzt werden konnte, ist dieses in Zukunft am Tage und in der Nacht möglich

Post Oldendorf 03.Juni 1930 – Artikel DEWEZET

Mit dem 31.Mai wurde das Selbstanschlußamt in Salzhemmendorf eröffnet und die hiesige Vermittlungsstelle aufgehoben. Die Postagentur bleibt bei Funke. Der Postbote Nahrhold ist nach Hannover versetzt worden. Seinen Wohnsitz behält er vorläufig in Oldendorf. Quanthof wird von Oldendorf aus mit bestellt. Die Sonntagsbestellung für Benstorf und Quanthof wird nicht  eingeführt.

Im Oktober 1932 wurde die Agentur Wilhelm Funke aufgehoben. - Oldendorf bekam eine Poststelle, diese wurde vom 1.10.1932 bis 1.6.1933 von Friedrich Schwenke verwaltet. - Vom 1.6.1933 ist die Poststelle in den Händen von August Gülke in der Schulstr. 4 – (laut Oldendorf und seine Höfe von Adolf v. Einem - Hof Nr.58)

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Die Ver- und Entsorgung der Postsendungen wurde mit Landkraftpostfahrzeugen vom Postamt Elze  wahrgenommen. Die Postzustellung im Ort erledigte der Postangestellte Heinrich Weihberg. Ab 1950 übernahm Heinz Hauptfleisch (Flüchtling aus Oberschlesien) die Postzustellung. Längere Zeit leitete Anita Weiberg die Poststelle. Ende 1955 ging August Gülke in den Ruhestand und ab Januar 1956 wurde Otto Hessing neuer Posthalter. Die Postagentur befand sich jetzt im Haus, heute Hagenstraße Nr. 6 .  Die Postzustellung übernahmen Rosemarie Liebschwager und Edith Funke.

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Aufgrund der Gebiets- und Verwaltungsreform erfolgte 1978 eine Zentralisierung des Zustelldienstes für den Gemeindebereich in Salzhemmendorf. Von dort wurde nun eine vereinigte Brief- und Paketzustellung für alle Ortsteile mit Kraftfahrzeugen vorgenommen. Nach Eintritt des Posthalters Otto Hessing in den Ruhestand am 31.03.1980, zog die Poststelle in die Dorfstr. 16 um.

Am 27.04.1999 wurde die Poststelle im Lebensmittelgeschäft Helmut Hofmann eröffnet. Mit der Schließung des Lebensmittelgeschäftes Helmut Hofmann am 30. April 2003, wurde auch die Postagentur geschlossen.

 

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Nach langen Bemühungen seitens Bürgermeister Jörg Günther und Martin Kempe aus  Salzhemmendorf wurde am  22. Dezember 2004 wieder die Postservicefilliale im Geschäft „Malibu“ von Susanne Brünig in der Dorfstr. 16 eröffnet. Danach wurde das Geschäft in 'Büdchen' umbenannt und von Frau Richards weitergeführt. Dann ging die Postservicefilliale in die Hände von Frau Weber 'Schatztruhe', Hagenbrink über. Im August 2019 wurde das Geschäft geschlossen und somit auch die Poststelle.

Ab 02.09.2019 ist die Postservicefilliale wieder in der Dorfstr. 16 und bietet Post und mehr für die Oldendorfer an.

Was erwähnt werden muss, es gab noch eine zweite Poststelle in Oldendorf und zwar am Osterwalder Bahnhof. - Siehe unten. -

Postagentur

  • 01.07.1913 – 30.09.1931                        Wilhelm Funke, Gastwirt, Luise Horst Vertreterin, Magdalene Fehling, Vertreterin ab 01.08.1929
  • Ab 01.10.1931                                          in Poststelle umgewandelt 
  • 01.10.1931 – 10,06.1932                         Friedrich Schwenke, Gemeindevorsteher, Luise Schwenke geb. Gruppe, Vertreterin
  • 12.06.1932 – 31.12.1955                         August Gülke, Anita Weiberg, Vertreterin
  • 01.01.1956 – 31.03.1980                         Otto Hessing, Masseur, Ursula Lichtenberg, Vertreterin
  • Ab 01.06.1961                                          umbenannt in Oldendorf A,
  • Ab 01.01.1964                                          umbenannt in Oldendorf 1
  • Ab 01.10.1973                                          umbenannt in Salzhemmendorf 5,
  • Ab 01.07.1980                                          umbenannt in Annahme-Postamt
  • Ab 01.07.1980- 01.06.1982                      Ingrid Badusche (vorher Ahrenfeld)
  • Ab 26.04.1999                                          Poststelle aufgehoben
  • Ab 27.04.1999                                          Postagentur im Lebensmittelgeschäft Helmut Hofmann
  • Ab 16.12.2004                                          Postservicestelle im „Malibu“ Susanne Brünnig Dorfstr. 16
  • Ab 00.00.0000                                          Postservicestelle im 'Büdchen' Frau Richards Dorfstr.16
  • Ab 00.00.0000-31.08.2019                       Postservicestelle in der 'Schatztruhe' Hagenbrink 7
  • Ab 02.09.2019                                          Postfiliale „Post und mehr“ – Dorfstr.16

Was sich ebenfalls in den vielen Jahren änderte sind die Postleitzahlen und Bezeichnungen für die Post in Oldendorf: So unter anderem 20a, 3211,3216, 31020.

Oldendorf 2 (ab 01.01.1964)                                 

Osterwald Bahnhof in der Gemeinde Oldendorf

  • Posthalter 09.04.1901-1913                       Kölling
  • 1914                                                            Beamte aus Elze
  • 1931 keine Angaben                                   01.04.1931 in Poststelle umgewandelt, Leitpostamt Elze
  • Posthalter 01.04.1931-30.06.1955              Alwine Mumme, Kolonialwaren, Vertreterin Liselotte Brandes, geb. Mumme
  • Posthalter 01.07.1955-30.04.1974              Liselotte Brandes, Verteterin Ursula Lichtenberg
  • Ab 01.01.1964                                             umbenannt in Oldendorf 2
  • Ab 01.10.1973                                              umbenannt in Salzhemmendorf 13
  • Ab 31.05.1974                                              Poststelle aufgehoben          

 

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Artikel geschrieben von CHP

Quellen :Vier Bilder Sonder-Postkarten zu 500 Jahre Post in unserem Archiv - Alte Ansichtskarte 1902 - alte Artikel DEWEZET - Buch Die Post im Landkreis Hameln Pyrmont von Heinrich Munk und Klaus-Peter Klein -  in unserem Archiv - Artikel mit Fotos von Hermann Kassel - Alte Briefe und Karten aus unserem Archiv - Recharge  Internet -

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